Neuburg Castle (Bavaria)
Oberbayern Bayern Germany
castle, chateau
Schloss Neuburg (Bayern)
Oberbayern Bayern Germany
castle, chateau
The Neuburg Castle (German: Schloss Neuburg) is a palace in Neuburg an der Donau, Upper Bavaria
Als Schloss Neuburg wird das Stadtschloss in Neuburg an der Donau bezeichnet
Previous names
Neuburg Castle (Bavaria), Schloss Neuburg (Bayern)
Description
The Neuburg Castle (German: Schloss Neuburg) is a palace in Neuburg an der Donau, Upper Bavaria. The original castle was built in the early Middle Ages by the Agilolfings. This was acquired by the Wittelsbach dukes in 1247. When Count Palatine Otto Henry began his rule in Palatinate-Neuburg in 1522, he found a medieval fortified castle in his residence city of Neuburg, which, unlike similar than other royal residences was still not adjusted for the demands of a modern royal court. So from 1527 he ordered to re-design the castle into a Renaissance palace and to expand the artistic quality and condition to one of the most important palaces of the first half of the 16th Century in Germany. From 1537 an additional west wing was added which also includes the chapel. With his conversion to the Lutheran doctrine in 1541 the Palatine Chapel was decorated with excellent facilities, the antique-style Italian picture program painted in 1543 has been obtained. The chapel was decorated with famous frescoes by the Salzburg church painter Hans Bocksberger the Elder. The chapel is the oldest Protestant church in Bavaria. Because of the financial difficulties and bankruptcy of Otto Henry in 1544, the construction of the west wing took a long time. Wolfgang, Count Palatine of Zweibrücken, who succeeded his cousin Otto Henry in the Duchy of Palatinate-Neuburg, ordered in 1562 to decorate the west wing facing the courtyard with elaborate Sgraffito decorations. The Knights' Hall (the lower panel room in north building) was provided in 1575 by Hans Pihel with a coffered ceiling and wall panels from a rotating timber, both of which are original. The impressive east wing was rebuilt in 1665 by Philip William, Elector Palatine in the Baroque style and complemented with two round towers. Today the castle houses a gallery of baroque paintings, the museum is under supervision of the Bavarian State Picture Collection.
Als Schloss Neuburg wird das Stadtschloss in Neuburg an der Donau bezeichnet. Die ursprüngliche Burganlage wurde im Frühmittelalter von den Agilolfingern erbaut. Dieser bayerische Herzoghof ging 1247 an die Wittelsbacher. Als Pfalzgraf Ottheinrich 1522 zusammen mit seinem Bruder die Herrschaft in Pfalz-Neuburg antrat, fand er in seiner Residenzstadt Neuburg eine mittelalterlich geprägte Burganlage vor, die, anders als andere Fürstenresidenzen vergleichbarer Funktion, baulich noch nicht an die seit den letzten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts gewachsenen Anforderungen einer fürstlichen Hofhaltung angepasst worden war. Ab 1527 ließ er die Burg zu einem Renaissance-Schloss umgestalten und erweitern, das nach künstlerischer Qualität und Erhaltungszustand zu den bedeutendsten Schlossbauten der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Deutschland gehört. Die Arbeiten begannen mit der (heute verschwundenen) Runden Stube auf der Ostseite des Schlosses. Ab 1532 wurde der sogenannte Küchenbau im Süden aufgeführt. 1534 bis 1538 folgte der Flügel im Norden des Schlosshofes mit einem Badebereich, zwei Tafelstuben und zwei Wohnappartements. Der Flügel besaß ursprünglich nicht das heutige Satteldach mit Volutengiebeln und Zwerchhäusern aus der Zeit um 1590/1600, sondern trug ursprünglich, entsprechend der Vorstellungen, die man sich damals über den kaiserlich antiken Palast auf dem römischen Palatin machte, eine über die gesamte Gebäudefläche hin offene Terrasse, die wahrscheinlich gärtnerisch gestaltet war. Etwas außerhalb der Residenzstadt Neuburg war schon 1529 mit der Anlage eines großen Hofgartens begonnen worden; und ein Jahr später ließ sich das Herzogspaar ebenfalls vor den Toren der Stadt das Jagdschloss Grünau errichten. Auch hier wurden mittelalterliche Traditionen, wie die Darstellung von Jagdtrophäen und heraldischen Herrschaftszeichen, mit zahlreichen Anspielungen auf antike Hochkultur zusammen gebracht. Ab 1537 wurde im Westen des Stadtschlosses ein neuer Flügel hinzugefügt, der zusätzlich eine in einem historisierenden, an romanische Klosterrefektorien erinnernden Stil gehaltene Hofstube, eine Kapelle mit Herrschaftsempore und wahrscheinlich ein damit direkt verbundenes neues Appartement für Ottheinrich aufnahm. Darüber folgte ein großer Saal, dessen Holztonnengewölbe bis in den Dachstuhl reichte. Mit seinem Übertritt zur lutherischen Lehre 1541 ließ der Pfalzgraf die Kapelle mit einer umfangreichen Ausstattung versehen, wovon noch heute der Altar, die Emporenbrüstungen und das umfangreiche, 1543 im italienisch-antikisierenden Stil gemalte Bildprogramm erhalten sind. Die Kapelle ist somit der älteste erhaltene protestantische Kirchenbau Bayerns. Die berühmten Fresken gestaltete der Salzburger Kirchenmaler Hans Bocksberger d. Ä. Hier wurde nicht nur die entscheidende Rolle Christi als göttlicher Gnadengarant thematisiert. Vielmehr wurde auch eine entscheidende Rolle des Fürsten bei der Distribution dieser Gnade innerhalb einer gottgewollten irdischen Ordnung reklamiert. Die Arbeiten am Westflügel zogen sich, bedingt durch die Finanzschwierigkeiten und den Bankrott Ottheinrichs 1544, über längere Zeit hin. Der Rohbau war zwar schon um 1540 vollendet; aber noch in den 1550er Jahren wurden Rotmarmorgewände der Fenster versetzt und an der Ausstattung gearbeitet. Pfalzgraf Wolfgang von Zweibrücken, der im Herzogtum Pfalz-Neuburg die Nachfolge seines Vetters Ottheinrich antrat, ließ 1562 den Westflügel auf der Hofseite mit aufwändigen Sgraffitodekorationen schmücken. Ihr Leitthema ist die Geschichte von Joseph und seinen Brüdern, ein in mehrfacher Hinsicht symbolträchtiges Thema. Josephs Schicksal, von seinen Brüdern verraten und an den Pharao verkauft zu werden, um sodann aufgrund seiner Weisheit und Traumdeutungskünste zum stellvertretenden Regenten im Reich des Pharaos aufzusteigen, wurde nicht nur zu einem Symbol für den guten Regenten im Allgemeinen und die durch Papst und Kaiser verfolgten protestantischen Fürsten im Besonderen, sondern auch zu einem Symbol für das wendungsreiche Schicksal Ottheinrichs. An dessen Standhaftigkeit und schließliche Rechtfertigung wollte Pfalzgraf Wolfgang erinnern und den ethischen Kern der Bildaussage, die Präsentation eines guten und gerechten Herrschers, zugleich auf seine eigene Person bezogen wissen. Schloss Neuburg wurde dabei gewissermaßen zum Ehrendenkmal für Ottheinrich erhoben, von dem aus sowohl die Vertreibung als auch die Wiedereinsetzung des Fürsten in sein Amt ihren Ausgang genommen hatten Der Rittersaal (die untere Tafelstube im Nordbau) wurde 1575 von Hans Pihel mit einer Kassettendecke und einer umlaufenden Wandvertäfelungen aus Holz ausgestattet, beides ist original erhalten. Der imposante Ostflügel wurde 1665 unter Philipp Wilhelm im Stil des Barock umgebaut und mit den beiden Rundtürmen ergänzt. 1795 zog Herzogin Amalie, Gattin des verstorbenen Herzog Karl II. August, in den Philipp-Wilhelm-Trakt des Schlosses ein. Ihr Schwager, König Max I., wohnte 1806 eine Zeit lang im 2. Stock des Philipp-Wilhelm-Traktes, der 1810 für ihn renoviert wurde. 1815 konnte die Kaiserin von Österreich im Neuburger Schloss empfangen werden. Nach dem Tod der Herzogin (1831) war die Rolle des Schlosses als Residenzort zu Ende. 1866 wurde das Schloss endgültig ausgeräumt und die Immobilien, so sie nicht nach München kamen, öffentlich versteigert. Im Krieg von 1866 wurde das Schloss als Lazarett verwendet. Zwischen 1868 und 1918/19 diente es als Kaserne für das III. Bataillon des Königlich Bayerischen 15. Infanterie-Regiments. Die Stadt Neuburg erwarb bei einer Nachlassversteigerung die Möbel und die Seidentapeten des Empfangssalons, die aber bei einem Brand 1945 zerstört wurden.
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