Güstrow Palace
Rostock Mecklenburg-Vorpommern Germany
manor, mansion
Schloss Güstrow
Rostock Mecklenburg-Vorpommern Germany
manor, mansion
Güstrow Palace (German: Schloss Güstrow) is a Renaissance-era palatial schloss in Güstrow, Mecklenburg-Western Pomerania, Germany, used as a museum and cultural centre
Das Schloss Güstrow liegt in der Stadt Güstrow südlich von Rostock in Mecklenburg-Vorpommern
Previous names
Güstrow Palace, Schloss Güstrow
Description
Güstrow Palace (German: Schloss Güstrow) is a Renaissance-era palatial schloss in Güstrow, Mecklenburg-Western Pomerania, Germany, used as a museum and cultural centre. Built in 1558 for Ulrich, Duke of Mecklenburg, it is located close to the town wall of Güstrow's old town, and is quadrangular in shape. The 16th-century palace features stucco decorations and a Baroque-classicist gatehouse. Construction of the present palace in Renaissance style was initiated in 1558 by Ulrich, Duke of Mecklenburg, in place of a medieval castle. Franciscus Pahr was the master builder who constructed the additional south and west wings in a fusion of Italian, French, and German architectural styles, unique for the time and area. In 1657, Gustav Adolf, the last Duke of Güstrow, engaged Charles Philippe Dieussart to refurbish parts of his palace in modern style. The Baroque gatehouse and the palace bridge were built during this time. After the end of ducal control, between 1817 and 1950, the palace became the farm house of Mecklenburg workers. Further restoration took place from 1963 to 1978, when the palace was restored to its original grandeur. Güstrow Palace is quadrangular in shape. Some of the old furniture has been removed to Schwerin and other places following the death of Magdalena Sybilla which marked the end of the Güstrow lineage. In one part of the palace, there are well preserved Flemish paintings; one particular painting is of a Dutchman smoking. A theatre is in good shape with well preserved original stucco paintings. The stucco ceilings are retained in their original form in the palace. The banquet hall's ceiling has unique stucco paintings of hunting scenes which are adaptations from Dutch copper engravings. The medieval rooms in the basement of the palace, which are vaulted, have many artifacts of the medieval period of Germany. The art chamber contains exhibits of hunting and ceremonial weapons. The refurbished former dining halls, residential and reception rooms have exhibits of paintings of Cranach, Marten de Vos, and Tintoretto. Antique ceramic vessels and a large number of glass items are on display in the former chamber of the duchess. There are also displays from the 19th to 21st centuries. The grounds contain stables and a well-tended garden. The garden has been redone with beds of lavender and walkways. The palace houses a museum related to the male line of Duchess Elisabeth Sophie of Mecklenburg's family, presenting also art exhibitions and concerts.
Das Schloss Güstrow liegt in der Stadt Güstrow südlich von Rostock in Mecklenburg-Vorpommern. Es gilt als eines der bedeutendsten Renaissancebauwerke Norddeutschlands. An Stelle des heutigen Schlosses existierte bereits eine slawische Burganlage. Im Jahr 1307 wurde erstmals eine Burg der Fürsten von Werle erwähnt. Mit dem Aussterben der Fürsten von Werle kam die Burg 1436 in den Besitz der Herzöge von Mecklenburg und wurde deren zweiter Wohnsitz. Zu einem regionalen Zentrum der Renaissancekultur wurde der Ort aber erst, nachdem Teilungen des Herzogtums 1547 und 1552 unter die beiden Brüder Herzog Johann Albrecht I. und Herzog Ulrich die Einrichtung einer zweiten fürstlichen Hofhaltung notwendig gemacht hatten. In Güstrow regierte Herzog Ulrich von Mecklenburg, während die Linie seines Bruders in Schwerin ihre Residenz ausbaute. Herzog Johann Albrecht hatte dort und mit dem Fürstenhof (1553) in Wismar bereits seit den frühen 1550er Jahren die Formen der italienischen Renaissance in der Region eingeführt. Im Jahr 1557 brannte der Südflügel der Güstrower Burg ab und bot so Herzog Ulrich die Gelegenheit, die alte Burg prächtig dem Rang ihres Besitzers entsprechend auszubauen. Für den Güstrower Neubau wurde der italienischstämmige Architekt Franz Parr (gest. 1580) aus Schlesien verpflichtet, der dort an dem von seiner Familie geleiteten Ausbau des Renaissanceschlosses in Brieg/Brzeg gearbeitet hatte. Ab 1558 entstand der Eingangsflügel auf der Westseite und die westliche Hälfte des zum Garten ausgerichteten Südflügels, und um 1565 war der Rohbau vollendet. Damals gab Franz Parr die Bauleitung ab und trat in die Dienste des schwedischen Königs; sein Bruder, der Bildhauer und Stuckateur Christoph Parr arbeitete aber noch bis 1570 in Güstrow, bevor auch er in schwedische Dienste trat. Die älteste Abbildung des Schlosses von 1585 findet sich auf der Vicke-Schorler-Rolle im Archiv der Hansestadt Rostock. Mit dem Aussterben der 1621 entstandenen Linie der Herzöge von Mecklenburg-Güstrow im Jahr 1695 kam Güstrow an die Herzöge von Mecklenburg-Schwerin, wurde deren Nebenresidenz und Wohnsitz der Kurtisanen des Hofes. Das Schloss wurde jedoch kaum noch genutzt und begann zu verfallen. 1795 musste der Ostflügel schließlich wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Ab 1800 erfolgte die Nutzung als Kriegslazarett und ab 1817 als Landesarbeitshaus, hier wurden nach der Bauernbefreiung nicht versorgte Personen untergebracht. Später wurde das Schloss in ein Altenheim umgewandelt. Im Rahmen dieser Nutzungen wurde die alte, prachtvolle Ausstattung vielfach umgebaut oder auch zerstört. Seit 1972 wird das Schloss Güstrow als Museum für norddeutsche Kunst des Mittelalters, Jagd- und Prunkwaffen und zeitgenössische Kunst genutzt. Es ist heute einer der Standorte des Staatlichen Museums Schwerin. Ein erneuter Brand zerstörte 1586 auch den Nordflügel der alten Burg. Von 1587 bis 1591 wurde der Nordflügel des Schlosses nach Entwürfen des Niederländers Philipp Brandin erbaut. Im Jahr 1594 erweiterte man den Bau um den Ostflügel, nach Entwürfen von Claus Midow. Von 1628 bis 1630 war das Schloss Güstrow die Residenz von Wallenstein. Mit dem Bau von Torhaus und Schlossbrücke durch Charles Philippe Dieussart wurde 1671 der Schlossbau abgeschlossen. Das Schloss wurde als programmatische Synthese älterer einheimischer Schlösser (unregelmäßiges Erscheinungsbild, Turmarchitektur und deren Anordnung, vgl. z.B. Meißen, Torgau, Heidelberg) und Motiven italienischer und französischer Renaissancearchitektur gestaltet. Es handelt sich um einen aufwändig verputzten Backsteinbau, der an den Fassaden und im Inneren zahlreiche Formelemente aus der Antike (Säulenordnung, Rustika) aufnimmt und sie durchaus neu kombiniert. Die verwendeten Muster des Außenbaus werden auch im Inneren an den Deckenstuckaturen und in den Mustern der Fußböden wieder aufgenommen. Besonders erwähnenswert sind der stuckierte Ahnen- und Hirschfries (1570er Jahre, Christoph Parr) und die Deckenstuckaturen von 1620 des Stuckateurs Daniel Anckermann im Festsaal des Schlosses. Beide sind teilweise mit aufgesetzten Figuren verziert. Von 1963 bis 1978 erfolgte durch die DDR eine umfassende Restaurierung des Schlosses. Der Schlosspark im Stil eines Renaissancegartens wurde ebenfalls restauriert und gehört zu den seltenen Beispielen einer solchen Gartenanlage in Deutschland. Das Schloss ist sanierungsbedürftig, voraussichtlich ab 2017 soll mit notwendigen Arbeiten begonnen werden. In der Vergangenheit wurden Bereiche des Schlosses gesperrt, weil Bestandteile der Fassade und des Daches herunterzustürzen drohten.
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